Noahs Arche in der Kapelle

In Noahs Arche

 
Skizze: In der Arche im Sturm
Nachdem wir im Noverber 2018 in Waltrop als Stadtmaler nominiert wurden, nahmen wir Kontakt zum Vorstand des Kulturforums Kapelle auf. Die Wände im Kulturforum in der ehemaligen Krankenhauskapelle in Waltrop wollten wir mit Bildern zum Thema „Arche Noah“ gestaltet werden. Mit einer ersten Skizze versuchten wir zu konkretisieren, wie wir uns eine Präsentation in der Kapelle vorstellten. Noch im November 2018 gab der Vorstand grünes Licht für das Vorhaben. Die Gesamtschule stellte uns als Stadtmaler einen großen Raum als Atelier für das Projekt zur Verfügung.

Die Vor- und Nachgeschichte der Sintflut gibt es in zahlreichen Darstellungen in Bildern und Filmen. Unser Ziel: die Darstellung der Tiere in der Arche. Dabei ist eine Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler gut möglich. Wir werden die Bilder der Schüler in großen Collagen zusammenfügen.

Als Hintergrund für die Collagen wurde ein schwarzer Moltonstoff gewählt. Gemalt und gezeichnet wurde auf strapazierfähiges Papier. Der Stoff und das Papier sind schwer entflammbar. Zum Malen und Zeichnen wurde schwarze Tusche, deckende Wasserfarben (Gouache schwarz/weiß) sowie Wachsmalkreiden (s/w sowie verschiedene Grautöne) verwendet. Wir rechneten mit sehr unterschiedlichen Schülerarbeiten und haben eine Beschränkung auf Schwarz-, Weiß- und Grautöne vorgeschlagen.
In der Arche muss es finster gewesen sein, nur von wenigen Öffnungen ist die Rede. Draußen herrscht das Chaos, das alles auslöschende Unwetter. Der schwarze Hintergrund ist inhaltlich angemessen und verleiht den Collagen auch räumliche Tiefe.

Das große Format der Bilder stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Im Kunstunterricht dominiert normalerweise das DIN A 3 Format. Wenn die Schülerinnen und Schüler ein Tier malen, haben sie dabei zunächst das einzelne Tier im Fokus. Für unsere Arbeit kommen weitere Überlegungen hinzu:
Wie ergeht es den Tieren in der Arche? In der Enge der Arche sind sie völlig aus ihrem natürlichen Lebenszusammenhang herausgerissen. Dicht gedrängt werden die Tiere einander wohl bemerken. Berührungen sind kaum zu vermeiden. Einzelne kleine Tiere stehen auf großen. In der rettenden Arche halten sich die Tiere und Noahs Familie notgedrungen auf. Alle harren aus, es ist eine besondere Art des Wartens.

Wir haben bei der Collage der Bilder unsere malerischen und zeichnerischen Erfahrungen eingebracht, Bilder der Schüler geschnitten, Konturen verstärkt, Schatten oder Lichter eingefügt, die Charakteristik der Tiere hervorgehoben.

Die Größe der Wandflächen ist eine besondere Herausforderung. Wir sind bei Malen oder Betrachten von Bildern an die Zentralperspektive und einen Horizont gewöhnt. Die in den Texten (z.B. Bibel, Koran, Thora, Gilgameschepos) beschriebenen Hinweise zum Bau der Arche haben uns dazu angeregt, Elemente des Aufbaus der Arche anzudeuten: Decks, Balken, Böden, Spanten… . Diese Elemente ermöglichen uns, die vielen Tiere in verschiedenen Perspektiven gleichzeitig zu zeigen.
Mit unseren Skizzen und Bildern in kleineren Formaten haben wir Bildlösungen ausprobiert und durchgespielt, die später in den großen Collagen aufgegriffen wurden.
Wir zeigen hier zunächst Radierungen und Skizzen, die unsere Bildideen verdeutlichen und die wir zu Beginn erstellt haben.